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Der Cellerar ist der Chef des Finanz- und Rechnungswesen im Kloster. Aus den Regeln
des heiligen Benedikts, an denen sich noch heute die Benediktiner
orientieren, ist folgende Passage entnommen. Haben Sie auch heute noch teilweise
Gültigkeit für die Rolle des Controllers? Urteilen Sie selbst!
Als Cellerar des Klosters werde aus der
Gemeinschaft
ein Bruder ausgewählt,
der weise ist,
reifen Charakters
und nüchtern. Er sei nicht maßlos im essen,
nicht überheblich,
nicht stürmisch,
nicht verletzend,
nicht umständlich
und nicht verschwenderisch.
Vielmehr sei er gottesfürchtig
und der ganzen Gemeinschaft wie ein Vater.
er trage Sorge für alles.
Ohne die Weisung des Abtes tue er nichts;
an seine Aufträge halte er sich.
er mache die Brüder nicht traurig.
Falls ein Bruder unvernünftig etwas fordert,
kränke er ihn nicht durch Verachtung,
sondern schlage ihm die unangemessene Bitte
vernünftig und mit Demut ab. Er wache über seine Seele
und denke immer an das Apostelwort:
"Wer seinen Dienst gut versieht,
erlangt einen hohen Rang."
Um Kranke, Kinder, Gäste und Arme
soll er sich mit großer Sorgfalt kümmern;
er sei fest davon überzeugt:
Für sie alle muss er am Tag des Gerichtes
Rechenschaft ablegen.
Alle Geräte und den ganzen Besitz
des Klosters
betrachte er als heiliges Altargerät.
Nichts darf er vernachlässigen. Er sei weder der Habgier noch der Verschwendung ergeben. Er vergeude nicht das Vermögen des Klosters,
sondern tue alles mit Maß und nach Weisung des Abtes.
Vor allem habe er Demut.
Kann er einem Bruder nichts geben,
dann schenke er ihm wenigstens ein gutes Wort. Es steht ja geschrieben: "ein gutes Wort geht über die beste
Gabe."
Alles, was der Abt ihm zuweist,
übernehme er in seine Verantwortung;
was er ihm aber verwehrt, maße er sich nicht an.
Den Brüdern gebe er das festgesetzte Maß
an Speise und Trank
ohne jede Überheblichkeit oder Verzögerung,
damit sie nicht Anstoß nehmen. Er denke daran, was nach Gottes Wort der verdient,
der einem von den Kleinen Ärgernis gibt.
In größeren Gemeinschaften gebe man ihm
Helfer.
Mit ihrer Unterstützung kann er das ihm anvertraute Amt
mit innerer Ruhe verwalten.
Zur bestimmten Stunde werde gegeben,
was zu geben ist,
und erbeten, was zu erbitten ist;
denn niemand soll verwirrt und traurig
werden
im Hause Gottes. |